Sklavenphantasien (unrealistische)

Nichts ist so vielschichtig und abgründig, wie die menschliche Psyche. Und vieles findet beim BDSM im Kopf (über die Psyche) statt. Für die allermeisten Masochisten ist es z.B. nicht vordergründig  der Schmerz, der sie erregt, sondern das begleitende Kopfkino. Bei den meisten devoten und/oder masochistischen Männern läuft, etwa begleitend zu Peitschenhieben, ein Film im Kopf ab, der im Idealfall vom Gegenüber sehr gut bedient wird. Doch selbst, wenn dieser Idealfall  eintreten sollte, klafft zwischen Phantasie und Praxis fast immer eine Lücke, da sich die Realität nur selten zu 100 Prozent mit einer Phantasie decken kann. 

Und dies wird umso unwahrscheinlicher, je länger ein Mann seine Sklavenphantasien   „spinnt“,  ohne diese jemals (zumindest im Ansatz) ausgelebt zu haben. Bei solchen Männern können die Phantasien eine Art  Eigenleben entwickeln, sodass irgendwann fast jeder Versuch des Auslebens  dieser Phantasie(n) fast automatisch zum Scheitern verurteilt ist.

Viele Männer stehen sich mit ihren schwer bis völlig unrealiserbaren Phantasien selbst im Weg.  Anstatt “klein” einzusteigen, halten sie lieber ihr  Leben lang an ihren oftmals “allumfassenden” Versklavungsphantasien fest und stehen deshalb am Ende mit leeren Händen (ohne echten Erfahrungen) da.

 

 Foto by Factumquintus

Ein Leben lang in einer Zelle gehalten zu werden, dies mag vielleicht als bizarre Sex-Phantasie einen gewissen Reiz haben; - in der Realität aber wohl kaum.

 

Beispiele: Bei vielen Masochisten/Bottoms/devoten Männern löst der Gedanke daran, als ein Leibeigener ohne eigene Rechte gehalten zu werden, starke Lustimpulse aus. Und dabei kleiden nicht wenige von ihnen ihre Versklavung vor ihrem inneren Auge immer weiter aus. Sie wollen u.a. entrechtet, geknechtet, willen- und tabulos gehalten werden; - gleich einem Tier. Tatsächlich aber würden sie ein solches Dasein nicht  einen einzigen Tag ertragen. Und da sie dies spüren/wissen, kommen viele Treffen nie zustande; - anstatt zunächst lieber “den ersten vor dem zehnten Schritt zu gehen”. Viele Sklavenphantasien würden  in der Realität einfach schnell die Grenzen des physisch und/oder psychisch Erträglichen überschreiten.

So stellen es sich einige Männer als ultimativen Kick vor, einen Sklavenvertrag zu unterzeichnen, durch den sie enteignet und entrechtet werden. Doch nicht nur, dass solche Verträge vor keinem ordentlichen Gericht dieser Welt Bestand hätten;  - viele dieser Verträge enthalten überdies undurchführbare Punkte und stellen somit nicht selten eine reine “Kopfwichserei” dar.

Auch wollen sich z.B. einige Männer kastrieren lassen. Und manche tun dabei geradewegs so, als würde man eine Kastration mal eben so durchführen können, wie man  mal eben zu einem Fickdate geht. Und selbst, wenn sie  jemanden finden würden, der dies mit ihnen täte. Was wäre denn  die Konsequenz von alledem? Ihre Wichsphantasie  - nämlich jene, kastriert zu werden – würde nach einer Kastration ein für allemal Geschichte sein; - ebenso wie sie jene Geilheit einbüßen würden, die sie zu diesen „Schnitt“ getrieben hat. Freilich gibt es Männer, die diesen Schritt tatsächlich vollzogen haben; aber dies sind absolute Ausnahmen! Den meisten Männern mit Sklavenphantasien dienen solche Vorstellungen als reine Wichsvorlagen.

Wieder andere devote/masochistische Männer wollen in ihren Phantasien gefoltert und ihrer Persönlichkeit beraubt werden. Und auch träumen einige davon  ein Leben lang in einem kleinen Käfig (lese unter ECHTE Käfigfolter) verbringen zu müssen oder sich nur noch von den Exkrementen ihres Meisters ernähren. Doch solche Phantasien lassen sich einfach nicht  1:1 umsetzen.

Erfahrene Bottoms und Tops werden mir zustimmen, wenn ich schreibe, dass man viele Phantasien zunächst alltagstauglich umschreiben/umdenken muss, ehe man sie  in modifizierter Form auszuleben beginnt. Ansonsten  bleiben sie (oft lebenslange) unerfüllte “Mindfucking-Phantasien.”

 

siehe auch unter: Sadist (Sadismus), Sadomasochismus (SM), Masochismus, Abbinden (Penis/Hodensack), BDSM, Bondage (Fesseln & Fesselspiele), Branding(s), Drill, Flag (Flagellation), Fisting (Handballing), Freud, Sigmund, Hoerigkeit, Demut, Gerte, Peitsche, Rute, Paddel usw., Gewichte (beim SM-Sex), Gummi (Latex), Handschellen, Hanky-Codes (Farbcodes), Kaefige & Zellen (SM-Mobilar), Kink-Sex, Keuschheitsguertel  Keuschheitshose, Kastration & Kastrationsphantasien, Meister, Sir, Herr (Anredeformen), Katheter-Spiele (Blasenkatheter), Knebel (SM-Utensil),Klammern (SM-Utensil), Kitzeln & Kitzelspiele, Masken (BDSM-Utensil), MSC, Meister-Sklave-Beziehung, Nadeln & Nadelspiele, Natursektspiele,Besudelung & Besudelungsphantasien, Opfer-Mentalitaet, Paschas (sexuelle), Playrooms (für BDSM), Scat  (Kaviar) Scatspiele, Schlammspiele (Mud-Games), Reizstrom (Elektrostimulation), Tabubrueche (sexuelle), Todestrieb, Top, Bottom, Verantwortungsbewusstsein (beim Sex), Uniformen (schwule), Verbalerotik & Verbalerniedrigung, Ventilfunktion, Rollenspiele (beim Sex), Sklave (Sex-Sklave), Sklavenphantasien (unrealistische)

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