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Spieglein, Spieglein … Arne Pahlke , Juli 2009
denn mein Gesicht strahlt engelsgleich. Schauen sie meine Hüftpartie: eine fleischgewordene Symphonie. Meine Haut, die glänzt wie Goldpapier; ist fest und straff wie ein Furnier. Meine Finger schmal und elegant und mein Odem ein Blütenstand.
Rühren sie mich ja nicht an, denn ich bin schöner als Don Juan. Ich bin delikat und alterslos, verführerisch bis in den Schoß. Mein Atem frisch wie Morgentau; das Haarkleid schöner als ein Pfau. Die Beine stark wie Goliath; die Fersen grazil und apart.
Spieglein, Spieglein, an der Wand …, … wer ist der schönste Mann im Land? Behalt die Wahrheit gefälligst für dich, denn sonst tagt das Scherbengericht.
Komm und beten sie mich an, denn ich bin ein Supermann. Meine Libido ist legendär. Mein Jadestab so autoritär.
Ja, schauen sie auf mein Körper nur; eine göttergleiche Partitur. Ich strahle hier als Lichtgestalt und prahle mit Naturgewalt.
Ich bin schöner als Adonis gar oder irgendein Prinz aus Sansibar. Mein Antlitz ist ein Opferschrein. Ich funkle weit und blütenrein.
Halt alle Spiegel zugedeckt; verschon mich so mit dem Defekt. Der sich mir gegenüberstellt, wenn der Vorhang der Selbsttäuschung fällt. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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