Stachelknabe

Arne Pahlke, November 2007

 

 

Es war einmal ein Knabe;

der züchtete Kakteen.

Er verwahrte eine Narbe;

die durfte niemand sehen.

 

Er spielte gern alleine,

denn sein Spiel hieß Flucht.

Er stieg auf Himmelsbäume;

ließ nichts unversucht.

 

Doch das schwitzende Ungeheuer;

es kam ständig in der Nacht.

Und es goss Öl in sein Feuer

und hat ihn ausgelacht.

 

Es sagte: „Du musst sterben,

wenn du uns verpetzt …“

Und der Knabe spuckte Scherben;

hat sich tausendfach verletzt.

 

Es war einmal ein Knabe;

der erfand für sich ein Licht.

Es streichelte seine Narbe

und leuchtete ihm  Zuversicht.

 

Sie liebten seine Spiele.

Sie liebten seine Phantasie.

Niemand sah seine Schwielen,

und witterte die Dämonie.

Der kleine Stachelknabe;

erklärte Gott für tot.

Wahr war nur die Narbe

und das böse Abendrot.

 

Er spielte gern alleine,

denn sein Spiel hieß Glück

In seinen Spielen gab’s keine Feinde

Er sehnte sich zurück.

 

Es war einmal ein Knabe;

der züchtete Kakteen.

Ihre Stacheln waren seine Narben

und die durfte niemand sehen.

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