® Arne Pahlke

 

 

Mit meinem letzten Atemzug werde ich begriffen haben, daß ich nichts mehr werden muß – außer ich selbst. Ich muß nicht mehr länger vorwärts streben und dabei immer neue Fehler begehen, immer mehr von diesen unausweichlichen Fehlern in mein Bußebuch ansammeln, die dann doch niemals widergutmachbar sind. Ich muß einfach nur zurück zu meinem Kern. (2006)

 

 

Wann, vor unserer letzten weltlichen Geburt, sind wie eigentlich zum wievielten Male wofür gestorben? (2005)

 

 

Ich bin gestorben, in unzähligen elendigen, beschämenden, peinvollen und deprimierenden Einzeleinstellungen, die in ihrer Gesamtheit einen Film ergeben, der noch immer läuft. Dieser Film ist mein persönliches Drama, das gänzlich zerrissen, nur diese eine Botschaft zu enthalten scheint. Du kannst dein Leben nicht überleben! (2006)

 

 

Wir alle wurden nicht als freie Seelen auf diesem Planeten abgeworfen. Wir sind hier, weil wir alle einen Bastardanteil in uns tragen, weil wir noch unzählige Waschgänge vor uns haben, ehe wir uns frei nennen dürfen. (2006)

 

 

Die meisten von uns gleichen Zombies. Deshalb sollte eigentlich niemand mit seinen faulenden Fingern auf die Kadaver anderer Halbtoter zeigen, sondern er sollte lieber nach dem Zauber suchen, der ihn lebendig werden läßt.  (2005)

 

 

Es gibt keinen falschen Weg. Wohl aber gibt es Lebenspfade, die nichts weiter als Angst, Schmerz, Verlust  oder gar einen grausamen Tod bereithalten können. (1993)

 

 

Auch ich würde gerne ewig leben, aber doch nur,  weil ich so entsetzliche Angst vor dem Sterben habe. (1993)

 

 

Man stirbt immer einen Tag zu früh, um am nächsten Morgen noch die Sonne aufgehen zu sehen.  (1993)

 

 

Ich hänge an meinem Leben;  doch mein Leben hängt in der Schlinge  meines mir zugedachten Todes. (1999)

 

 

Ich habe dem Tod oft gegenübergestanden. Glücklicherweise war er stets zu beschäftigt,  um sich eingehender mit mir zu befassen. (1993 ) 

 

 

Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, so muß es folglich auch ein Leben davor geben. Dann bliebe eigentlich nur noch zu klären, ob es auch ein Leben zwischen Leben und Tod gibt? (1993)

 

 

Es gibt da doch diese  These, daß, wenn Menschen sich von Hochhäusern stürzen,ihr ganzes elendiges Leben noch einmal im Schnelldurchgang an ihnen vorüber rast.

Nun, wenn diese These tatsächlich zutrifft, so sollte man die Selbstmordwilligen vielleicht in einer groß angelegten Kampagne darüber aufklären, das in den allermeisten Fällen auch Sprünge aus Kellerfenstern ausreichen würden.  (1997)

 

 

Der Tod verbirgt  das Ziel, aber warum nur dieser strapaziöse Umweg?  (1993)

 

 

Selbstmord ist ein Verbrechen an der Schöpfung. Einen Nachtisch sollte nur der erhalten,  der zuvor die unliebsame Suppe ausgelöffelt hat. (1993)

 

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