Stricher

Der Begriff Stricher leitet sich von dem Wort Strich ab. Und diese Ableitung resultiert daraus, dass ein käuflicher Boy (auf einem Bahnhof) wie am Strich gezogen auf und ab geht, um auf diese Weise auf sich aufmerksam zu machen und sich potenziellen Freiern anzupreisen.  Allerdings “stirbt” der typische Bahnhofstricher (zumindest in Deutschland) allmählich aus, womit die Namensgebung zunehmend antiquiert wirkt. Und das es immer weniger (Bahnhof-)Stricher gibt, ist vor allem auf zwei Punkte zurückzuführen:

Punkt 1: Das Erscheinungsbild von Großbahnhöfen hat sich seit Mitte der 90er Jahre – wie auch bei den öffentlichen Toiletten  (lese hierzu auch unter: Klappe) – stark verändert. So wurden  viele „Schmuddelbahnhöfe“ in moderne Schienenverkehrsnetzpunkte umgewandelt, in denen der Schein einer sauberen (anständigen) Welt mit allen Mitteln gewahrt werden soll. Und um diesen Schein zu wahren, sorgen Sicherheitsdienste für das gewünschte  „saubere“ Erscheinungsbild. Und in diesem neuen Bild haben Bahnhofstricher keinen Platz mehr! Wo Strichjungen früher noch an grauen  Wänden lehnten, da laden heute Einkaufspassagen zum Konsum ein.  Stricher wie auch Drogensüchtige werden von den Sicherheitskräften hingegen auf Anordnung der Deutschen Bundesbahn - zunehmend aus Großstadtbahnhöfen verbannt.

Punkt 2: Die wachsende Verbreitung und Nutzung des Internets. Das Internet wird von immer mehr käuflichen Jungs dazu genutzt, um sich dort (und zwar weit weniger zeitintensiv als etwa auf Bahnhöfen oder in Stricherlokalen) anzubieten. Außerdem erreichen sie über Kontaktportale (wie etwa bei Homo.net) oder bei Gayromeo  eine viel größere Zahl von Interessenten. Unter diesem Umstand leiden übrigens auch die Stricherlokale, dessen Zahl seit Jahren rückläufig ist bzw. die Zahl der dort anwesenden  „Puppenjungen“ (in vielen Lokalen) kontinuierlich abnimmt.

 

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Die Zeit für den Bahnhofstrich scheint in Deutschland annähernd abgelaufen

 

DER BESCHAFFUNGSSTRICHER

Wenn man von Beschaffungsstrichern spricht, so denken viele sofort an heroinabhängige Stricher. Doch zu den Beschaffungsstrichern zählen auch jene, die  durch das Anschaffen gehen z.B. ihre Alkohol-, Kokain- oder Spielsucht finanzieren. Die Mehrheit der Beschaffungsstricher sind  nicht homosexuell veranlagt! Und dass es insbesondere mit käuflichen Jungen dieser Kategorie  zu negativen Zwischenfällen kommt, wie z.B., dass Freier von ihnen abgezogen werden,  stimmt aus mehreren Gründen wenig verwunderlich. Zum einen leiden Beschaffungsstricher auf Grund ihrer Sucht  fast immer unter akuter Geldnot. Und kommen dann noch Entzugserscheinungen hinzu, sind sie oft zu allem bereit und in ihren Handlungen  bisweilen unberechenbar.  Außerdem versuchen viele “Billigfreier” die Notsituation dieser Stricher auszunutzen, was bei diesen aggressiven Handlungen herausfordert.  So wünschen sich Freier vor allem  von Beschaffungsstrichern, “perverse” Sexpraktiken oder ungeschützten Sex.

 

DER ZUFALLS- UND GELEGENHEITSSTRICHER

Der Zufallsstricher ist im Grunde genommen kein eigenständiger Strichertypus. Vielmehr können sich aus ihm alle bekannten Varianten herausbilden. Ein hoher Prozentsatz von Strichern ist vielmehr über einen Zufall in das Stricher- oder Callboymilieu (hinein-)gerutscht.

Inwieweit jemand allerdings sein Schicksal selbst herausgefordert hat bzw. es ihm entgegengeeilt ist, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall ereignen  sich solche Zufälle z.B. auf Großstadtbahnhöfen, in Gay-Saunen oder aber in (schwulen) Pornokinos sowie zunehmend auch auf Kontaktportalen wie etwa Gayromeo, wo junge gutaussehende Boys massenweise und ungefragt „Taschengeldangebote“ erhalten. Und lassen sie sich nur einmal darauf ein, so reicht ein derartiges Schlüsselerlebnis mitunter aus, um den Beginn einer  Stricher- oder Escortlaufbahn einzuläuten. Sozialpsychologen sprechen in einem solchen Zusammenhang auch gerne von einer sich selbst auferlegten Bestimmung, die oft nur auf eine Initialzündung wartet.

Gelegenheitsstricher sind hingegen jene, die sich durch das zeitweilige Verkaufen ihres Körpers ein “Zubrot” verdienen.  Der Gelegenheitsstricher bildet sich in der Regel aus dem Zufallsstricher heraus und steht häufig auch als Zwischenstadium zum professionellen Stricher. Doch es gibt auch etliche Stricher, die ihren Körper als Haupteinnahmequelle nutzen, sich dennoch (aus den unterschiedlichsten Motiven heraus) selbst zu den Gelegenheitsstrichern/Gelgenheitsescorts zuzählen.

 

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Websseite des Basis-Projekts - Hilfsangebot für Stricher

 

DER PROFESSIONELLE STRICHER

Ein professioneller Stricher/Escort bestreitet durch das Anschaffen gehen in der Regel den Hauptanteil seines Lebensunterhaltes. Und diesen kann er sich in einschlägigen Bars oder als Callboy verdienen. Der Begriff professionell ist in diesem Fall nicht mit berufsmäßig gleichzusetzen, und auch nicht damit, dass Stricher ihren Job gewerbsmäßig angemeldet haben. lese ausführlicher unter: Callboy

 

DER KIND- UND KNABENSTRICHER 

Viele Stricher beginnen ihre Stricherlaufbahn bereits im Kinder- oder Knabenalter, also zwischen ihren 11. bis 15. Lebensjahr. Dabei gelten negative soziale Umstände meist als Auslöser für derartige Entwicklungsgeschichten. Kindstricher wuchsen größtenteils in gestörten Familienverhältnissen auf. Häufig spielt(e) in den Familien dieser Kinder auch Alkoholmissbrauch oder Gewalt eine bedeutende Rolle. Auch handelt es sich auffallend häufig  um Heimkinder, die ihre psychosozialen Mängel auf dem Strich auszugleichen versuchen. Mitunter liegt auch ein sexueller Missbrauch in der frühen Kindheit vor.

Minderjährige Stricher suchen u.a. auf Bahnhöfen nach Kunden oder aber werden durch Mittelsmänner (oft ebenfalls durch Stricher) an interessierte Freier vermittelt. Kind- und Knabenstricher sind  vor allem für Päderasten und Pädophile interessant.

Und Kind- und Knabenstricher sind nicht allein auf Grund ihrer unfertigen, stark beeinflussbaren Persönlichkeit in ihrer weiteren Entwicklung gefährdet. Je früher ein Junge anschaffen geht, desto schwieriger gestaltet sich für ihn eine spätere soziale Integration. Eine weitere Gefahr für Kind- und Knabenstricher ist die, dass viele von ihnen kaum oder gar keinen Wert auf Safer-Sex-Maßnahmen legen, da sie die Risiken und Konsequenzen oft noch nicht richtig einzuschätzen wissen. Und leider suchen gerade viele jener Freier, die auf Minderjährige stehen, Sex ohne Gummi. Sie nutzen dann die mangelnde Vorsicht der Jungs häufig zu ihrem eigenen Vorteil aus. Und zu guter Letzt sei erwähnt, dass ein hoher Prozentsatz der Kind- und Knabenstricher in Suchtkarrieren abrutschen.

 

Eine mehrseitige Definition über die männliche Prostitution findet sich HIER

ein Interview mit einem Stricher und einem Callboy findet sich HIER

lese auch: Aussagen von Strichern gegenüber Freiern

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siehe auch unter: Abmelkwirtschaft, Anmach- und Abschlepptipps, Bars (schwule), Prostitution (maennliche), Jugendschutz, Marktwert (schwule Szene), Geld und Partnerschaft, Altersunterschiede bei Sexpartnern/in Beziehungen, Pattaya, Kinderpornografie, Objekt der Begierde, Sneakers und Sneakersfetisch, Rollenspiele  (beim Sex), Schutzaltersgrenzen, Callboys ,Stricherlokale, Stricher, Zweckbuendnisse (unter Schwulen)

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