Tabubrüche (sexuelle)

Tabu steht für das, was "verboten"  und "heilig" ist. Es kann für das Unberührbare und Unaussprechbare stehen. Und ein Tabu steht für das, was der gesellschaftliche oder religiöse Verhaltenskodex verbietet. Tabus können sich u.a. auf Handlungen, Gegenstände und Wörter beziehen. Auch gibt es sexuelle Tabus. Was aber ein sexuelles Tabu ist, dies ist oft abhängig vom jeweiligen Land/den kulturellen Gepflogenheiten oder der Religionszugehörigkeit.

So stellt in einigen Ländern der praktizierte Analverkehr (auch der zwischen Mann und Frau) ein Tabu dar, während er in Ländern wie Deutschland kein Tabu darstellt. Es würde in Deutschland aber ein Tabubruch darstellen, wenn ein Schwuler in einem Altersheim  einen Vortrag  über Analverkehr zwischen Männern halten würde.

Ob etwas ein Tabu darstellt, hängt also oft nur davon ab, wo man etwas tut und sagt – und auf welche Weise man es tut und sagt – und auch mit wem man etwas tut und bespricht.

 

 

Selbst Sex zwischen Erwachsenen und Kindern stellt nicht in jedem Land und bei jeder ethnischen Gruppe ein (generelles) Tabu dar. Es gibt z.B. Länder, da werden Mädchen mit Erwachsenen verheiratet und erfüllen dann ihre ehelichen (sexuellen) Pflichten. Hier in Deutschland wäre dies ein absoluter Tabubruch und ein Straftatbestand dazu.  Und ob etwas ein Tabu darstellt, ist auch abhängig von der Zeit – oder vielmehr vom Wandel der Zeit/Ansichten/einer zu- oder abnehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz.

Es ist z.B. noch gar noch so lange her, da galt als gesellschaftliches Tabu, wenn sich zwei Schwule in der Öffentlichkeit einen Kuss gegeben haben.

Einige Männer begehen beim Ausleben ihrer  Sexualität ständig Tabubrüche. Manche suchen sogar ganz bewusst nach (auch eigenen) Grenzüberschreitungen. Sie schlucken z.B. das Erbrochene des Sexpartners, obwohl sie sich davor ekeln und obwohl oder eben gerade weil es auch für sie ein Tabu darstellt.

Wieder andere träumen davon, sich von einem Hund penetrieren zu lassen. Die Phantasie als solches stellt dabei nicht das Tabu dar. Es ist sogar davon auszugehen, dass sehr viele Männer und Frauen sexuelle Phantasien haben, die gesellschaftlich tabuisiert (und oft auch strafverfolgungswürdig) sind, wie Sex mit Kindern, Tieren oder auch Vergewaltigungsphantasien.  Der Tabubruch beginnt erst dann, wenn man mit jemanden (der „falschen“ Person) über diese Phantasien spricht und erst recht dann, wenn man diese Phantasien auslebt.

Der „kleine“ Tabubruch ist für viele beim Sex ein luststeigernder Kick. Mit kleinen Tabubruch meine ich z.B. die Ausübung sexueller Praktiken, die von der überwiegenden Mehrheit abgelehnt werden und/oder bei denen allein das Reden darüber großen Ekel bei den meisten hervorruft, wie das oben erwähnte Schlucken von Erbrochenen.

Es  ist aber nicht verboten, dies zu tun. Ebenso wenig ist es verboten, die Klodeckel auf öffentlichen Toiletten sauber zu lecken, etwa als demütigender  und gleichermaßen luststeigernder Akt eines Bottoms.  Der kleine Tabubruch kann das bewusste Überschreiten eigener Grenzen sein, etwa in einer BDSM-Session oder Herr-Meister-Beziehung.

Wohl jeder hat in Kontaktanzeigen schon einmal den Zusatz gelesen „ (fast)ohne Tabus“. Allein die Vorstellung,  ein völlig tabuloses Stück Sklavenfleisch zu sein, steigert bei vielen Männern die Lust, auch wenn sie tatsächlich selbstredend ihre Tabus haben. Aber mit den Tabus zu spielen und daran zu kratzen und manche davon (vielleicht am Ende doch) zu übertreten, eben dies kann einen großen (und nicht immer ungefährlichen) Lustgewinn bedeuten.

siehe auch unter: Exkrementophilie, Kinderpornografie, Kastration & Kastrationsfantasien, ParaphiliePaedophilie, Paederastie, Perversion, Psychiatrie und Homosexualität , Sadomasochismus (SM), Scat – (Kaviar) Scatspiele, Selbstmord  (Suizid), Sexualpathologie, Sexsucht – Hypersexualitaet,,Transvestismus,Verfuehrung Minderjaehriger, Vergewaltigung, Vergewaltigung

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