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Meine Spielkonsolen (Teil 2: Commodore VC 20) © Arne Pahlke
Den Commodore VC 20 habe ich mir etwa 1 Jahr nach Markteinführung gekauft und ich zähle ihn als Teil meiner Spielkonsolensammlung, obgleich es ein Computer war. Und zwar genau genommen der erste Heimcomputer der Welt; zumindest war es der erste sogenannte „Personal-Heimcomputer“ für die breite Masse. Tatsächlich aber war der VC 20, den wir liebevoll (und spöttisch zugleich) Brotkasten nannten (wie später auch den C64), weder das eine noch das andere. Weder war er eine Konsole noch war er ein "echter" Computer.
Ok, er war schon ein echter Computer ;-)
Doch er war verglichen mit dem, was wir heute Computer nennen ein NICHTS! Und dies, obgleich er bereits viele der wesentlichen Vorraussetzungen eines PCs mitbrachte. Nur leider steckten von den vielen Voraussetzungen viel zu wenig unter seinem Gehäuse, um wirklich viel mit ihm anfangen zu können. So gab es zwar annähernd 900 Spiele und „Büroprogramme“ für den VC 20 - aber irgendwie schienen diese fast alle verzweifelt zu rufen: „Ich würde euch ja gerne mehr zeigen, wenn ich denn nur könnte.“ Der Commodore VC 20 bot somit vielmehr einen Fingerzeig auf das, was noch kommen sollte. Er war so etwas wie eine sündhaft teure Hardware-Demo auf die Zukunft des Computers.

Willkommen in der Steinzeit des "Personal-Computers"
Ich musste für den Commodore VIC 20 (so seine richtige Bezeichnung) ungefähr 350 D-Mark auf den Tisch legen. Dafür bekam ich aber High-End-Technologie der Sonderklasse.
So verfügte meine erste Heimcomputer-Konsole über nicht weniger als 5 Kilobyte RAM und bot mit Basic eine (in ihren Grundzügen) leichtverständliche Programmiersprache. Ich lernte dann ganz eifrig die gängigsten Basic-Befehle und machte mich danach ganz euphorisch daran meine Plattensammlung zu katalogisieren. Doch bereits beim vierten Album war der Speicher ausgeschöpft. Tja, das war der VC 20 – selbst der Umfang eines kleinen Word-Dokuments würde den guten alten Brotkasten total überfordern.
Und auch viele der Spiele machten auf dem VC20 in der Regel nicht so viel Spaß, wie sie es auf dem Atari 2600 taten, obgleich dieser dem Atari in vielerlei Hinsicht technisch (zum Teil sogar klar) überlegen war.
Und so geht es mir noch heute oft. Die jeweils aktuellsten High-End-PC‘s protzen oft nur so mit ihren bombastischen Leistungsmerkmalen und dennoch finde ich die besseren (unterhaltsameren, ausgefeilteren etc.) Games oft auf (leistungsschwächeren) Konsolen. Und auch das Spielen an einer Konsole vermittelt mir oft ein angenehmeres (positiveres) Spielgefühl. Ausgenommen davon waren und sind Strategie-, Aufbau- und Wirtschaftssimulationen; - sprich: all jene Spiele, die in ihrer Spielanlage den kühlen Denker und Strategen erfordern. Aber so verallgemeinernd kann und will ich es dann letztlich nun auch nicht sagen.
Man konnte seinen VC 20 übrigens für viel Geld aufrüsten, was ich dann auch tat. Ich glaube, ich habe ihn seinerzeit auf unglaubliche 32 KB aufgerüstet, was die absolute Höchstgrenze für den Brotkasten darstellte. Ich kann mich dennoch nur an sehr wenige Spiele erinnern, die mich wirklich fesselten. Und davon waren wiederum viele Spiele Adaptionen vom Atari 2600.
Ein Spiel hatte es mir allerdings besonders angetan. Leider kann ich mich nicht mehr an seinen Namen erinnern. Man konnte es zu zweit spielen (und auch nur dann brachte es riesigen Spaß) und musste mit zwei Raumschiffen herannahende Meteoriten abschießen.
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unglaubliche 16 Kilobyte -RAM-Erweiterung
Das Beste, was mir der VC20 allerdings bescherte, dies war und ist meine Freundschaft zu Thomas. Als ich meinen VC 20 nämlich seinerzeit loszuwerden gedachte, weil ich mir den Commodore 64 haben wollte, der etwa 1983 auf den Markt kam, lernte ich Thomas kennen, den neuen Besitzer des Brotkastens. Keine Ahnung, was er mir dafür zahlte – aber das Geschäft hat sich für uns beide auf jeden Fall mehr als gelohnt.
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