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Spielkonsolen/PCs (Teil 5: Super Nintendo) ® Arne Pahlke
Nintendo-Konsolen waren den Konkurrenzprodukten ihrer Zeit technisch jeweils unterlegen – in vielerlei Hinsicht sogar deutlich. So verhielt es sich auch mit dem Super Nintendo Entertainment System, welches 1990 zunächst in Japan auf dem Markt kam und erst zwei Jahre später in Deutschland. So konnte die Super-Nintendo-Konsole der im Jahr 1994 erscheinenden Playstation (in technischer Hinsicht) absolut nicht das Wasser reichen. Selbst dem Sega Saturn war die Super-Nintendo-Konsole z.T. deutlich unterlegen. Und diese technische Unterlegenheit gegenüber all jenen in etwa zeitgleich erscheinenden Konkurrenzprodukten hält im Hause Nintendo bis zur aktuellen Konsolengeneration an. Bei der Nintendo-Wii-Konsole wurde z.B. überhaupt nicht mehr der Versuch unternommen mit der grafischen Leistungsfähigkeit einer PS3 oder einer X-Box2 mitzuhalten. Vielmehr schlug man bei Nintendo einen entgegengesetzten Weg ein, indem man die Wii im Vergleich zu ihrem Vorgängermodel (Gamecube) in wesentlichen Punkten kaum weiterentwickelt hat. Technische Quantensprünge, wie sie bei den Konsolen von Sony und Microsoft geboten wurden, blieben sogar komplett aus, wenn man von den neuartigen Steuerungselementen einmal absieht.
Doch alle jene, die vor allem Wert darauf legen, die jeweils technisch beste Konsole einer Generation zu besitzen, können sich in der Regel ohnehin weniger bis gar nicht für Nintendo-Konsolen begeistern. Und vor allem Technikfreaks hängen den Konsolen aus dem Hause Nintendo (und zwar nicht nur aufgrund ihrer technischen Unterlegenheit) das „Kinderkonsolen-Etikett“ an. Und tatsächlich legt Nintendo seinen Focus auf ein jüngere Zielgruppe und unterstreicht dies vor allem durch seine eigenen Spieltitel, die in der Mehrheit auch für junge Kinder geeignet sind. Dennoch würde es den Nintendo-Konsolen nicht gerecht werden, sie in derart degradierender Weise als technisch unterentwickeltes „Kinderspielzeug“ abzutun. Schließlich gibt es auch für die Nintendo-Konsolen massenweise Spieltitel, die keine Jugendfreigabe erhalten haben – darunter sogar viele indizierte Titel. Ich für meinen Teil hatte auf jeden Fall viel Spaß mit dem Super-Nintendo, dem Nintendo 64 und dem Game Cube – und zwar mindestens genauso viel Spaß, wie mit der Playstation 2 und mit meiner PS3. Einzig und allein die Wii-Konsole hat mich (schwer) enttäuscht, sodass ich sie nach kurzer Zeit wieder abgegeben habe und sie deshalb in dieser Abteilung nicht besprechen werde. Ich gehöre nicht zu den sogenannten Grafikhuren, - jedenfalls war ich nie jemand, der ein Spiel nur wegen einer guten Grafik haben wollte. Zwar kann man auch mich mit fulminanter Grafik beeindrucken und mir damit vorübergehend große Augen ins Gesicht zaubern, doch ein geniales (süchtig machendes) Spielprinzip, sehr gute Spielbarkeit und ein hoher Unterhaltungswert stufe ich um ein Vielfaches höher ein, als etwa hübsch designte Spielfiguren, die aus 10 Millionen Polygomen bestehen. Denn was nützt es mir als Spieler, wenn diese Polygonen-Mutationen durch Welten spazieren, die mich kalt lassen und trotz ihrer Grafikpracht nicht fesseln? Im Idealfall bietet ein Spiel natürlich alles – nämlich ein geniales Spielprinzip, sehr gute Spielbarkeit, einen hohen Unterhaltungswert UND eine berauschende Grafik. Doch von den soeben erwähnten Punkten ist die Grafik letztlich der unwichtigste Faktor für ein gutes Spiel. Es sei denn, man ist eine ausgewachsene Grafikhure, wie etwa jene PC-Besitzer, die sich stets nur mit den aktuellsten High-End-Grafikarten zufrieden geben können, für die sie dann nicht selten mehr Kohle auf den Tisch legen, als eine Konsole der aktuellsten Generation (und zwar inklusive Spielen und Zubehör) kostet. Und nach etwa einem Jahr muss dann natürlich wieder eine neue Karte her. Denn die alte Ex-High-End-Karte, mit der sie im letzten Jahr noch vor Freunden und in Internet-Foren angeben konnten, liefert in ihren Augen nunmehr nur noch einen unzumutbaren Pixelbrei.
„Super Mario Kart“ für den Super-Nintendo ist für mich z.B. selbst heute noch um ein Vielfaches unterhaltsamer, als jeder „Mario-Kart-Klon“ auf einer Playstation, X-Box oder auf dem PC. Und dies, obgleich es bereits beim Erscheinen grafisch leicht angestaubt wirkte. Aber es reicht eben nicht aus, einfach ein paar Spielelemente zu kopieren und diese mit HD-Grafik „aufzuhübschen“, um dadurch auch nur annähernd an die Spielbarkeit von vielen Mario-Titeln heranzukommen. Völlig zu Recht haben so viele Nintendo-Titel in der ganzen Welt sehr hohe Wertungen eingeheimst. Etliche Games für Nintendo-Konsolen schlagen vergleichbare Konkurrenzprodukte insbesondere in punkto Spielspaß locker. Und dazu kommt, dass viele Nintendo-Spiele auf ihre Weise einfach einzigartig sind. Ich habe z.B. noch kein „Legend of Zelda - The: A Link to the Past“, kein „Pilotwings“, kein „Super Mario World“ und auch kein „F-Zero“ in vergleichbarer Qualität auf einer anderen Spielplattform gesehen. Zwar wurde es oft versucht, diese soeben erwähnten Spiele zu kopieren. Doch ein F-Zero für den Super-Nintendo würde ich auch heute noch jedem Wipe-Out-Verschnitt vorziehen. Das Spielgefühl der F-Zero-Reihe ist und bleibt bis heute einzigartig und unerreicht. Und ich möchte mich hiermit als Liebhaber einer Spielreihe outen, die mich von ihrem ersten Teil an (der 1992 auf dem Super-Nintendo erschien) in ihren Bann zog. Die Rede ist von dem Spiel Harvestmoon, das von vielen als Mädchenspiel verspottetet wird. Es handelt sich um eine Art Bauernhof-Simulation, wobei der Spieler die Rolle eines Farmers übernimmt, dessen Aufgabe es ist, einen Bauernhof in der Nähe einer kleinen Ortschaft aufzubauen und zu unterhalten. Auf jeden Fall ist Harvest-Moon ein Spiel für Menschen mit viel Geduld und noch mehr Einbildungskraft. Denn man muss sich die Motivation für dieses Spiel schon ein wenig aus der eignen Vorstellungskraft schöpfen – um den Dingen, die man da tut, einen tieferen (motivierenden) Sinn zu verleihen. So muss man z.B. täglich jedes bestellte Feld einzeln gießen, - jede Kuh selbst melken/bürsten/füttern, - jedes Hühnerei selbst einsammeln – Rasen mähen – Kräuter sammeln und und und. Man arbeitet eigentlich von früh bis spät, um sein Überleben zu sichern und am nächsten Tag geht dann das ganze Spiel von vorne los. Diese Spielreihe wird gehasst oder geliebt – dazwischen passt meist nix. Ich erinnere mich noch bildhaft, als mein Sohn damals an einem unserer Wochenenden zu mir kam und sah, dass ich ein neues Harvest Moon (für Gamecube) gekauft hatte. Zunächst fand er dies mit seinen damals 13 Jahren voll peinlich und titulierte es als Kinderspiel mit Babygrafik. Doch dann wurde auch er von diesem Spiel in seinen Bann gezogen und wir spielten es wochenlang gemeinsam.
Eines der Spiele, das mich auf dem Super Nintendo grafisch am meisten beeindruckt hat, hieß „Probotector“. Wenn ich mal jemanden zeigen wollte, dass die mausfötzchengraue Kiste auch richtig geile Grafik und coole Effekte abliefern kann, so packte ich dieses Modul in den Schacht. Von den drei Nintendo-Konsolen, die ich besessen habe, sehe ich den Super Nintendo heute als die klare Nr. 3. Und dies sehe ich nicht so, weil sie von den drei Konsolen die älteste und somit technisch schwächste Konsole ist, sondern weil sie im Vergleich zu den beiden Nachfolgekonsolen die wenigsten Top-Spiele-Titel geboten hat. Und dies ist es ja letztlich, was eine Spielkonsole ausmacht und womit sie steht und fällt. Und eben deshalb habe ich mich bei der Beschreibung dieser Nintendo-Konsole auch weniger mit Spielmodulen auseinandergesetzt, als ich dies bei den beiden Nachfolgekonsolen von Nintendo tun werde. Zumal viele meiner Lieblingsspiele auf den Nintendo-Systemen Teil von Serien sind, die auf jeder Konsolengeneration neu aufgelegt wurden und ich ungern ein Spieltitel dreifach besprechen möchte. |
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Konkalit, 18 August 2010 - Was mich an Nintendo immer erstaunt hat: Wieviele Spiele von Hollywood- Klassikern es gab, Die Lizensen für Spiele wie z.b Indiana Jones, Die Hard, Rambo, Jurassic Park, Mad Max, Dirty Harry, Beverly Hills Cop und und und müssen Nintendo ein Vermögen gekostet haben da es sich ja nicht nur um "ähnliche" Spielvorlagen handelte sondern eben originale Schriftzüge, Namen, Figuren und Zitate verwendet werden. Wortmutation: Ja, was viele z.B. nicht wissen ist, dass Nintendo noch Ende der 1980er etwa 90 % des Konsolenmarktes beherrschte und extrem mächtig war und noch viele Jahre von dieser Vormachtstellung zerrte. Und selbst die aktuelle Wii-Konsole, die technisch zwar eine Frechheit darstellt, da Nintendo quasi das Vorgängermodell im neuen Design und mit „toller innovativer“ Steuerung neu unter das Volk gebracht hat, geht finanziell für Nintendo absolut auf. Sonys Konsole ist zwar weitaus leistungsfähiger – die Spiele oft um ein Vielfaches aufwendiger – aber noch bis vor kurzem ein Minusgeschäft bei jeder verkauften Konsole. Sonys Polyphony steckt z.B. um die 80 Millionen Euro in die Entwicklung von Gran Turismo 5, dass nun endlich dieses Jahr (am 2 November) nach etwa 6 Jahren Entwicklungszeit auf dem Markt kommt. Hingegen ist die Produktionszeit selbst für so aufwendige Serien wie Zelda bedeutend kürzer und somit kostengünstiger, womit dann auch genügend Geld für z.T. sündhaft teure Lizenzen übrig bleibt. Olly, 7 Januar 2011 - absolut super, gerade was Harvest Moon angeht, haben wir den selben Geschmack. Dein Artikel hat mich nach langer Zeit wieder dazu bewogen, meinen SNES anzuschließen und Harvest Moon zu spielen. War faszinierend, mit fast 24 einen Spielstand zu laden, den ich zuletzt im zarten Alter von 13 Jahren bespielt hatte. Danke dafür! Wortmutation: Ich warte schon sehnsüchtig auf die Harvest-Moon-Version für die PS3 (erscheint nur im PSN-Store). Mal abwarten, ob es mich fängt. Mein Lieblingsteil dieser Reihe erschien auf dem Game Cube.
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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