Spielkonsolen/PCs (Teil 7: Nintendo Gamecube)

® Arne Pahlke

 

Der Gamecube ist die in meinen Augen hässlichste Konsole, die ich je besessen habe. Nicht nur, dass ich das Design des Spielwürfels für sich genommen bereits als äußerst unschön empfinde; - sondern zusätzlich der Umstand, dass das gebrauchte Gerät, welches ich Ende 2002 erwarb, lila war, ließ  den Gamecube in meinen Augen grässlich-hässlich  erscheinen. Aber letztlich ist es mir egal, wie eine Konsole ausschaut. Von mir aus dürften sie ihre Konsolen auch in Herzform und in Tuntenrosa mit aufgedruckten Schmetterlingen  auf den Markt bringen. Auch fließt  das Design einer Konsole bei mir nicht in die Bewertung ebendieser mit ein, weil mir selbst die am schönsten designte Konsole der Welt am Ende nicht einmal 0,1 % mehr Spielspaß bringen würde. 

Die Verkaufszahlen für den Gamecube lagen mit 21,5 Millionen verkauften Konsolen etwa  35 % unter denen des Vorgängermodels Nintendo 64, was vor allem auf die starke Konkurrenz der beiden technisch übermächtigen Konsolen aus dem Hause Sony und Microsoft (Playstation 2 und X-Box 1) zurückzuführen war, die etwa zur selben Zeit ihren großen Boom erlebten.

 

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Quadratisch - praktisch - gut?

 

Mit dem Gamecube verabschiedete sich Nintendo von dem Modul als Speichermedium. Doch Nintendo tat dies nicht aus freien Stücken, sondern weil der um ein Vielfaches gewachsene Speicherplatzbedarf der neuesten Spielgeneration  das Unternehmen dazu zwang, neue Wege zu gehen bzw. die Wege der Konkurrenz. Doch so ganz wollte der japanische Spielkonsolenhersteller seine Sonderstellung dann doch nicht aufgeben, weshalb er zwar einerseits auch auf DVDs als Speichermedium wechselte, sich gleichzeitig aber für MIniDVDs mit einer Kapazität  von 1,46 Gigabyte entschied, die das Anfertigen von Raubkopien gegenüber normalen DVDs  deutlich erschweren.

Beim Gamecube wurde sehr stark auf die Weiterführung bekannter und somit umsatzstarker Spielreihen gesetzt. Es gab u.a. ein Wiedersehen mit Donkey Kong, F-Zero, Wave-Race und Mario-Kart. Außerdem wurden den Spielwürfelbesitzern neue Mario-Party-Games sowie ein neues Mario-Abenteuer serviert, um nur einige der vielen Fortsetzungen zu nennen.

Im Prinzip habe ich nichts gegen die ständige Fortführung einer bekannten und guten Spielreihe, wobei mich mit zunehmendem Alter immer häufiger das Gefühl beschleicht, gerade mal wieder ein Spiel zu zocken, dass ich so irgendwie schon mal gespielt habe.

„Mario Kart“ ist z.B. ein wirklich exzellenter Fun-Racer mit einem unschlagbaren Mehrspielerspaß – doch wirkliche Innovationen muss man seit der Super-Nintendo-Version bei dieser Spielreihe mit der Lupe suchen. Sogar die ohnehin wenigen gebotenen Strecken werden wieder und wieder recycelt. Man spielt somit vom Prinzip her immer dasselbe (sehr gute) Spiel, -  nur eben lediglich auf die jeweils nächste Konsolengeneration angepasst, - wobei die augenfälligste Veränderung dann jeweils die verbesserte Grafik der neuen Konsolengeneration darstellt.

Und hat ein Spiel großen Erfolg, dann kommt ziemlich sicher ein zweiter Teil – und hat auch dieser zweite Teil Erfolg, dann wird eine Serie daraus: Kirby, Pokémon, Metroid, Pikmin, Super-Smash-Broth & Co lassen grüßen.

Doch noch einmal: Im Prinzip habe ich nichts gegen die ständige Fortführung einer bekannten und guten Spielreihe. Nur bei vielen Fortsetzungen geht mir immer schneller die Puste (Spielfreude) aus, weil bei den Spielreihen meist zu stark auf Altbewährtes gesetzt wird, gleichzeitig aber zu wenig neue spielerische Akzente gesetzt werden.  Und damit kann ich als jemand, dem der jeweils aktuellste Grafikstandard nicht so rasend wichtig ist,  auch einfach weiterhin die alte Version eines Spieles spielen, wenn mich Teil 8 oder 13 einer Serie am Ende fast nur mit  aufgehübschter Optik locken will.

 

Du Hurensohn nennst den Gamecube nie wieder Kinderkonsole!” (Resident Evil4)

 

Zu meinen Lieblingsspielen auf dem Gamecube zähl(t)en u.a. „Beyond Good & Evil, „Resident Evil 4“, Harvest Moon – A Wunderful Life“,  „Mario Kart – Double Dash“, „Pikim 1“, „Wave-Race-Blue Storm“, „Luigis Mansion  und Pole Position“, während ich mich für das supererfolgreiche Donkey Kong überhaupt nicht begeistern konnte.  Und als besonders erschütternd habe ich es empfunden, dass ich  erstmals nicht wirklich in ein Abenteuer von Zelda („The Wind Walker“) eintauchen konnte. Auch dieses Zelda-Abenteuer war zwar wieder sehr gut – teilweise sogar großartig – aber es hat mich nie so gepackt wie die vorangegangenen Teile. Doch „The Legend of Zelda: Twilight Princess“, welches ganz am Ende der Gamecube-Ära (2006) erschien, entschädigte mich dann doppelt und dreifach für den vorausgegangenen Zelda-Ausrutscher.

„Resident Evil 4“ zeigte auf beeindruckende Weise, was mit dem kleinen Zauberwürfel technisch möglich ist. Ich kenne ja einige Spiele der Resident-Evil-Reihe. Doch Resident Evil 4 auf dem Gamecube hat meine Nerven bislang am stärksten strapaziert. Vielleicht war es meine allzu blühende und ins morbide abgleitende Phantasie, die dieses Spiel für mich mitunter zu einem wahren Horrortrip werden ließ.  Ich empfand das Spielen bisweilen als dermaßen nervenzerfetzend, dass ich davon Herzrasen und zitterige Finger bekam. Wie gut, dass mir der Gamecube jede Menge nintendotypische (also friedfertige) Spiele als Ausgleich bot, wie z.B. das bereits oben erwähnte Pikmin; - eine Mischung aus Knobelspiel, Lemmings und einem „Dreimal-um-die-Ecke-denken-Adventure“.

Ende 2007 habe ich meinen Gamecube über E-Bay verkloppt und seitdem bereits mehrfach mit dem Gedanken gespielt, mir doch wieder einen  Gamecube zuzulegen oder eventuell sogar den betagten Nintendo 64; - denn wie bereits mehrfach erwähnt sind viele Nintendo-Spiele in puncto Spielspaß einfach schwer zu schlagen.

 

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