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Spielkonsolen/PCs (Teil 9: Playstation 3) © Arne Pahlke
Konsolen sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren! Früher hatten Spielkonsolen einen gut sichtbaren Powerknopf, ein Modulschacht und einen Anschluss für das Netzteil und einen für die Joysticks, - die früher übrigens noch mit einem Steuerkreuz und 2-4 Knöpfen auskamen - womit sie mich nicht annähernd so erwirren konnten, wie der Dualshock-3-Wireless--Controller, der annähernd 20 Knöpfe und Hebel hat. Und wenn man sich damals eine Konsole gekauft hatte, konnte man mit dieser binnen 5 Minuten loslegen. Und hatte man diese erst einmal angeschlossen, benötigte man sogar nur noch jeweils 5 Sekunden, um ein Spiel zu spielen. Auch musste man nach dem Spielen einfach nur erneut den Powerknopf drücken, wobei es scheißegal war, ob das Modul noch im Schacht steckte oder nicht. Tja, so einfach war das mit den Konsolen früher! Aber heute ist eben nicht früher! Und auch, wenn vor allem ältere Konsolenspieler, wie ich, die die erste Konsolengeneration noch selbst miterlebt haben, sofort ins Schwärmen geraten, sobald sie von „der guten alten Konsolenzeit“ reden, - erwarten letztlich auch sie von einer Konsole der nächsten Generation jeweils mehr als von ihrer alten Spielekiste. So gewöhnen sich z.B. unseren Augen (leider) sehr schnell an ein neuen Grafikstandard; - sprich an die Grafik der jeweils aktuellen Konsolengeneration. Nach nur wenigen Wochen, - spätestens aber nach ein paar Monaten, - nehmen wir den verbesserten Grafikstandard als gegeben hin. Und leider empfinden wir den Grafikstandard von den vorangegangenen Konsolen- oder PC-Spielen dann meist im selben Maße als eine zunehmende Beleidigung fürs unsere Augen.
Ich schwärme zwar sehr gerne von meiner allerersten Konsole, den Atari 2600, den ich als 11jähriger von meiner Mutter geschenkt bekam; - doch ein Spiel wie „River Raid“ würde mich heute sicherlich nicht mehr für über einhundert Stunden an einem 37er-Schwarz-Weiß-Röhrenfernseher fesseln. Die Zeiten ändern sich und die eigenen Ansprüche auch. Und diese Erkenntnis gilt vor allem für den Bereich der Unterhaltungselektronik. Diese muss sich ständig neu erfinden, will sie uns dauerhaft befriedigen! Vor 30 Jahren empfand man es noch als großartig, wenn man einen Balken mittels Joystick über den Fernsehbildschirm steuern und damit einen Punkt treffen musste, der sich auf diesen Strichbalken zubewegte. Meine Begeisterung für meine allererste Konsole wird höchstwahrscheinlich von keiner der Konsolen getoppt werden können, die ich mir in meinem Leben noch kaufen werde. Es verhält sich mit meiner ersten Konsole wohl wie mit der ersten großen Liebe, die eben oft auch mit den stärksten Empfindungen einhergeht. Die Playstation 3 ist eine Konsole der sogenannten „7. Generation“. Neben ihrer Funktion als Spielkonsole ist sie u.a. dazu in der Lage, Audio-CDS und Blue-Rays wiederzugeben. Überdies können Musik-, Bild- und Videodateien unterschiedlicher Formate von der internen Festplatte, einem externen Medium oder mittels eines DLNA-kompatiblen Medienservers über die Netzwerkanschlüsse wiedergegeben und kopiert werden. Und darüber hinaus kann man mit ihr jede Menge „verzichtbaren Mist“ anstellen, für den sich vor allem Teenies begeistern mögen, aber weniger User meines Alters. Doch ich habe mich eben damit abzufinden, dass ich mehr und mehr aus dem Zielgruppenalter für Spielkonsolen herausfalle. Außerdem steht es am Ende ja jedem frei, welche Funktionen der PS3 er für sich nutzen will und welche nicht. Die Erstinstallation der PS3 hat mich etwa 2 Stunden gekostet, wobei ich am meisten Zeit dafür aufwenden musste, die Playstation mit dem Internet zu verbinden. Und ohne eine Verbindung mit dem Internet steht man mit einer PS3 schnell vor großen Problemen. Die Playstation 3 läuft über das Betriebssystem Linux - und wie auf dem PC müssen Spiele zunächst installiert werden, ehe man sie zocken kann. Auch sollte man nicht einfach den Powerknopf betätigen, wenn man die Dienste der „Playse“ nicht mehr benötigt, sondern man sollte sich “anständig” abmelden und sie anschließend ordnungsgemäß „herunterfahren“. Doch sobald man dann ein Spiel gestartet hat, ist das typische Konsolenfeeling sofort wieder da! Zumindest ist dies meine Wahrnehmung.
Was ist bitteschön typisches Konsolenfeeling ? Ich habe seit meinem 11. Lebensjahr (im Jahre 1978) mindestens 1000 Spiele an über einem Dutzend Spielcomputern (VC 20, C64, Amiga, Atari & Co) und Konsolen (Atari 2600, Nintendo 64, Gamecube, Neo-Geo, Colorvision, Playstation, Super Nintendo & Co) gezockt und schätzungsweise noch einmal 500 PC-Spiele, wenngleich ich viele Games auch nur (sehr) kurz angespielt habe. Es gibt sehr viel geniale PC-Games. Und es gibt sogar komplette Spielgenres, bei denen der PC (von einigen Ausnahmen abgesehen) mir ein besseres Spielgefühl vermitteln kann, als dies Konsolen vermögen. Wenn ich aber die durchschnittliche Qualität von PC-Games mit der von Konsolen-Titeln vergleiche, dann zieht der PC in meiner Gegenüberstellung den Kürzeren. Dieser Punkt ist für sich genommen allerdings nicht wirklich tragisch, da sich schließlich niemand eine der vielen Billigproduktionen kaufen muss, die den PC-Markt geradezu überschwemmen. Als schon unerfreulicher empfinde ich, dass – sofern man nicht gerade der stolze Besitzer eines High-End-Computers ist und sich nicht spätestens alle 18 Monate eine neue teure Grafikkarte kauft -, man viele PC-Spiele niemals in ihrer bestmöglichen Qualität erleben kann. Doch als den stärksten Dämpfer sehe ich den Umstand, dass viele PC-Spiele sich nicht so „rund“ spielen wie Konsolengames. Und dies liegt hauptsächlich daran, dass ein PC-Spiel auf so vielen unterschiedlich zusammengestellten Computern laufen muss; - unter Dutzenden von Mainboards und Grafikarten und mitunter sogar auf verschiedenen Betriebssystemen. Man sieht und merkt vielen PC-Spielen einfach an, dass hier und da die Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners gewählt wurde. Ein “rundes” Spielgefühl stellt sich bei mir z.B. sehr oft dann ein, wenn ich einen Konsolen-Exklusivtitel zocke. Ein Game also, dass nur für eine Konsole programmiert wird. Bei solchen Spielen stellt sich bei mir mir in vielen Fällen genau dieses positive Konsolenfeeling ein, so wie es z. B. die Exklusivtitel „Zelda – Orcania of Time“ (Nintendo 64) oder Gran Turismo (PS2) hervorrufen.
Nun noch ein paar Worte zu PS3-Spielen: Mein abschließendes Resümee über alle von mir gespielten PS3-Games werde ich selbstredend erst dann liefern können, wenn die Zeit der Playstation 3 abgelaufen sein wird; - nämlich dann, wenn die PS4 auf den Markt drängt und die PS3 sich einreihen muss in die lange Liste technisch überholter Konsolen. Doch über drei Spiele werde ich bereits jetzt einige Worte verlieren: Da wäre zum einen das Spiel „Red Dead Redemption“, von dem ich erstmals drei Monate vor seiner Veröffentlichung gehört habe. Die vielen Trailer und Vorberichte, die ich mir daraufhin anschaute, machten mich total heiß auf diesen Titel, sodass ich mich dem Hype um RDR schon bald nicht mehr entziehen konnte und wollte. Eigentlich bin ich so gar kein Freund von diesem Informationsoverkill, der vor allem rund um neue Filme oder Spiele betrieben wird. Doch bei diesem Game habe ich meine ablehnende Haltung diesbezüglich über Bord geworfen. Ja, ich habe meine Vorfreude auf diesen Titel regelrecht zelebriert. Wie ein kleiner aufgeregter Fanboy habe ich das Internet täglich (mehrmals) nach neuesten Infohappen zu „Red Dead Redemption“ abgegrast. Und als der Tag des Release gekommen war, stand ich 5 Minuten vor Ladenöffnung bei Saturn auf der Matte. Und war all meine Vorfreude denn gerechtfertigt? Nun, ich habe „Red Dead Redemption“ in den ersten drei Wochen knapp 130 Stunden gespielt. Und ich muss dem Entwicklerteam ein großes Lob für die überaus lebendig wirkende offene „Wild-West-World“ aussprechen, die es geschaffen hat. Vor allem die integrierten Tierarten mit ihren stimmigen Bewegungs- und Handlungsabläufen tragen in einem hohen Maße zur „atmenden Atmosphäre“ bei, die für mich letztlich den großen Reiz dieses Spiels ausmacht. Hingegen habe ich die Story nur halbherzig verfolgt; - auch wenn ich sie komplett durchgespielt habe. Wenn ein Game so programmiert wurde, dass sich beim Spielen meine eigene Phantasie möglichst frei darin entfalten kann, dann brauche ich keine vorgegebene Spielhandlung mehr. Mitunter stört mich ein Handlungsfaden dann sogar und ich versuchte diesen zu ignorieren, so gut es eben geht; - weil ich meine eigene Story im Kopf abspule. Und genauso verhielt es sich auch bei „Red Dead Redemption“. Und wenn ein Game dieses kleine Wunder in mir vollbringt, dann liebe ich es nachhaltig und hänge mich nicht an Kleinigkeiten auf, wie etwa einem viel zu geringen Schwierigkeitsgrad. Die langen Ritte durch die Prärie mitsamt der herrlichen Tag- und Nachtwechsel und den wunderschön und stimmig wirkenden Wettereffekten; - das bange Durchwandern der Wälder von Tall Trees, wo man hinter jedem Felsvorsprung einen Grizzlybären befürchtet, der einem mit einem einzigen Prankenhieb niederstrecken kann, - eben für solche Momente und für eben diese dichte Atmosphäre liebe ich dieses Spiel.
Auch in GTA IV lautet die Devise: “ALLE(S) PLATT MACHEN!”
„Little Big Planet“ zählt ebenfalls zu meinen Lieblingen. Es ist ein ganz besonderes Jump ‘n‘ Run, bei dem man mit einem „Sackboy“ (klingt frivol – heißt aber so!) 50 Level bewältigen muss. Dieses Spiel wartet mit einer Reihe von Besonderheiten auf. Eine Besonderheit liegt in der gezielten Ausnutzung physikalischer Prozesse, die man sich zu Eigen machen muss, will man den Sackboy ans Ziel bringen. Eine weitere Besonderheit ist die plastische Grafikdarstellung. Obgleich das Spiel auf dem ersten Blick mit einer kindlich/naiven Optik daherkommt, reibt man sich beim genaueren Hinsehen ein um das andere Mal verzückt die Augen, wie realistisch die Darstellung der verschiedenen Materialien gelungen ist. Filz sieht tatsächlich wie Filz aus. Ja, fast glaubt man, man könne das „Filzige des Filzes“ ertasten. Wolle, Steine, Hölzer – einfach alles wirkt ungemein plastisch. Die größte Besonderheit von LBP liegt aber in der Möglichkeit, sich eigene Levels zu entwerfen. Und hierfür bekommt man den mächtigsten Leveleditor zur Seite gestellt, der mir in meiner bisherigen Spielerlaufbahn unter die Augen gekommen ist. Die Möglichkeiten, die sich einen mit diesem Editor bieten, sind phänomenal. Und hat man seinen Level nach minuten-, stunden-, tage- oder auch wochenlanger Tüftelei fertiggestellt, kann man ihn der ganzen LBP-Community zum Spielen zur Verfügung stellen. „GTA IV“ gehört auch zu meinen PS3-Favoriten, wobei meine Begeisterung für diese Serie (trotz sich ständig verbessernder Grafik) von Teil zu Teil abnimmt. Zwar nicht in einem solch hohen Maße, als dass ich bereits ernsthaft überlege, ob ich mir den nächsten Teil überhaupt noch zulege; - aber sie nimmt halt suggestive ab. Wenn man ein GTA kennt, dann kennt man alle! Denn letztlich bietet jedes GTA immer wieder dasselbe Spiel in einer neuen Umgebung und mit neuen Aufträgen, die sich inhaltlich leider sehr oft wiederholen. Und man fängt jedes Mal quasi als „Kleinganove“ an und „arbeitet“ sich dann langsam hoch zu einer Art Auftragskiller. Und innerhalb der konstruierten Storys, die vornehmlich dazu dienen, den jeweils nächsten Auftraggeber einzubauen, trifft man auf lauter Personen, dessen Charaktere meist hoffnungslos überzeichnet sind. Annähernd jeder Drogendealer ist bei GTA ein ständig mit obszönen Wörtern um sich werfender Vollposten. Und gefühlte 90% der handelnden Spielfiguren haben ein ernsthaftes Drogen- und/oder Alkoholproblem. Aber all dies sind halt typische Merkmale dieser Serie, die mich wohl auch im nächsten Teil wieder genauso erwarten werden. Doch dessen ungeachtet werde ich auch mit dem nächsten Ableger dieser Serie wohl wieder meinen mörderischen Spaß haben, wobei ich mir für die GTA-Zukunft schon wünschen würde, dass die Macher endlich mal wieder richtig neue Impulse in diese Serie einfließen lassen. Dieser Eintrag wird weitergeführt, nachdem die PS3 von der PS4 abgelöst wurde |
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lKonkalit, 24 August 2010 Naja abgesehen von den Klischees der typischen Gangster und Verbrecher Syndikate bieten diese Spiele neben der genialen Unterhaltung doch auch einen guten (ob realen kann ich nicht nachvollziehen und bezweifle es, mehr Hollywoodlike) Einblick in die Welt des Verbrechens. Aber, verdammt, dieses Red Dead Redemption muss ich zocken :D Als Italo-Westerfan kanns kaum was besseres geben als genau in so einer Atmossphäre eine Welt von GTA Ausmaßen zu erkunden. Wortmutation: Ich weiß, dass du RDR lieben würdest. Du würdest es lieben, als „Lonely Rider“ durch die Prärie zu reiten; - vorbei an Gebirgsketten mit der vielleicht schönsten Weitsicht, die je ein Spiel geboten hat. Du würdest es lieben, einfach irgendwo von Deinem Pferd zu steigen und einen Falken vom Himmel zu schießen oder Luchse zu jagen. Du würdest Deinen abgründigen Spaß haben, wenn Du Dir eine Hure (oder auch Nonne) schnappst, sie fesselst – auf Dein Pferd lädst – und sie dann irgendwo auf die Gleise legst und wartest, bis der Zug kommt und ihr ein spöttisches „Halleluja – Schlampe“ hinterherschickst, nachdem der Zug sie zerstückelt hat. Du würdest es lieben, Züge zu überfallen, Bandenverstecke auszuheben oder mittels „Deady-Eye“ Deine Gegner gleich reihenweise zu entwaffnen oder sie mit gezielten Kopfschüssen zu eliminieren. Du würdest Dich wohl auch wie ich in Gebäuden verschanzen – bis an die Zähne bewaffnet – und einfach ein bisschen Amokläufer im Wilden Westen spielen. Denn nicht zuletzt die geilen Sterbeanimationen der Gegner laden immer wieder dazu ein, auf alles zu schießen, was zwei Beine hat. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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