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Oh, mein Gott, was für ein materialistischer sinnfreier Drecksfilm, der auf mich heute mehr denn je wie ein abstoßender überlanger Werbetrailer der US-Navy wirkt. Was David Hasselhoff in „Baywatch“ zu Wasser war, dies wurde Tom Cruise durch diesen Film zu Luft – ein fragwürdiger Filmheld seiner Zeit. Ich könnte jetzt versöhnlich daherkommen und sagen: Mensch Arne, lass diesen kleinen schäbigen Film in Frieden ruhen. Schließlich wurden sowohl David Hasselhoff als auch Tom Cruise vom Leben bereits genug gestraft. Der eine kämpft mit dem Alkoholismus und der andere mit der geistigen Umnachtung, die er uns vor allem in Form seiner Sektenzugehörigkeit zeigt. Doch nein! Ich kann und darf ich diesen jämmerlichen Film nicht so einfach davonkommen lassen! Ja, ich weiß natürlich, dass sich damals viele junge Männer direkt nach Ansicht dieses Filmes eine Pilotenjacke gekauft haben. Und dann liefen sie in ihren Kasperjacken durch die Straßen, als hätten sie alle eine F-14 in ihrem Kinderzimmer geparkt. Und genauso lächerlich wie ihr Machogehabe; - ebenso lächerlich und ärgerlich ist dieser Film, der nur so von Plattitüden und Stereotypen strotzt. Ja, mir ist natürlich ebenfalls klar, dass dieser Film für viele einen unantastbaren Kultstatus innehat. Aber ich komme dennoch nicht umhin, genüsslich in dieser faulenden Wunde zu wühlen. Wie auch bei Dirty Dancing wurde der Hype um diesen Film nicht zuletzt auch von der Filmmusik getragen. Gleich mehrere Songs dieses zutiefst beschämenden Streifens landeten in den Charts. Und dies stärkt nochmals meinen (am Ende natürlich nicht ganz ernst gemeinten) Verdacht, dass “Top Gun” am Ende tatsächlich nur ein Werbefilm des US-Militärs war. Zumal sich die penetrante Grinsebacke Tom Cruise – wie wir heute alle wissen – für so manch kruse Ideologie als Fähnchenhalter einfangen lässt. „Top Gun“ ist völlig überzogen, klischeebehaftet bis zum Koterbrechen und widerwärtig prollig. Und dazu voll von Dialogen, für die ein Autor eigentlich standrechtlich erschossen gehört.
Was passiert in diesem Film? Unter anderem serviert uns dieser Film jede Menge männlicher saudummer Abziehbilder, die von noch dümmeren Girls mit Laborratten-IQ angehimmelt werde. Und warum werden sie von den Laborrattenpussys angehimmelt? Na, weil sie zur supergigatollen Navy-Elite zählen. Oh, und wir dürfen alle dabei zusehen, wie unsere Superhelden (allem voran Mister Tom Schädelbasisbruch) viele Gefahren überstehen müssen. Aber natürlich müssen wir uns in keiner einzigen Sekunde ernsthaft Sorgen um unsere Plastikhelden machen, schließlich fürchten unsere Helden weder Gott und Teufel. Sie sind ganze Kerle, da Vertreter der US-Navy. Boh ey, wie dämlich darf ein Film eigentlich sein? Dieser Film, den ich als eine persönliche Kriegerklärung an mich empfinde, quillt über von überzogenem Pathos, dass ich mir bereits beim ersten Ansehen und im ersten Drittel wünschte, das bitte-bitte irgendjemand diese mir zutiefst unsympathischen Hauptdarsteller vom Himmel schießen möge. Doch leider blieb mein Flehen unerhört und zwar bis hin zum bitteren Reißbrett-Finale. Und „Top Gun“ wartet mit noch mehr Sprengsätzen auf. So bombardiert er uns u.a. mit jeder Menge Herz- und Schmerz-Plattitüden in zutiefst abstoßender-billiger und dabei fast schon ordinär trivialer RTL2-Soap-Manier. Selbst ein Musikclip von Modern Talking in den 80ern konnte mehr Inhalt transportieren als dieser Heldentrash. Deshalb komme ich zu dem vernichtenden Urteil, dass jeder Mann, der Top Gun“ zu seinen Lieblingsfilmen zählt, eine bis zum Anschlag aufgedrehte 500 Watt-Anlage im Innenraum eines tiefer gelegten Prollautos und Komasaufen ebenfalls für eine Heldentat hält. Und Frauen, die diesen Müll zu ihren Lieblingsfilmen zählen, sind entweder strunzdumm oder billige Schlampen, die auf hohle Macho-Kack-Floskeln stehen und bei jeder noch so seichten Gefühlsduselei feucht werden.
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