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Samstag, 14. Mai 2005
Traumtänzer mit Engelsstimme
Während meines heutigen Stundenlaufs verwandelte ich mich in einen virtuosen Tänzer. Zwar sah ich für den normalen und damit wenig aufmerksamen Betrachter weiterhin wie ein ganz gewöhnlicher Jogger aus. Und doch verwandelte ich mich in den wohl grandiosesten Tänzer, den die Welt je gesehen hat. Ich meine natürlich, den die wenig aufmerksamen Bewohner dieser Welt zwar nie gesehen haben und niemals sehen werden, der ich aber dennoch war.
Meine Damen und Herren, wenn Sie mich hätten sehen können, wie ich so über den Boden schwebte; - wie ich die grandiosesten tänzerischen Figuren mit einer Leichtigkeit aufs Pflaster legte. All meine Bewegungen schienen nicht von dieser Welt zu sein, weshalb man sie wohl auch nicht sehen konnte.
Ich tanzte zunächst als Backgroundtänzer in einem drittklassigen Musikvideoclip. Hier genügten wenige Sekunden, um anzudeuten, welches tänzerische Potenzial in mir steckte. Danach folgte ein eigenes pompöses Tanzvideo, eine Bühnenshow, eine Welttournee sowie mehrere Tanzfilme. Und schließlich entdeckte ich während einer Probe zu einem neuen Film, dass ich eine unvergleichbar helle und blütenreine Stimme in mir trug. So wunderbar rein, wie sei ein normal sterblicher Mensch (und erst recht kein Mann) sein Eigen nennen kann. Ich hatte fürwahr die Stimme eines Engels.
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Und ganz im Sinne von: „Perle vor die Säue“ trug ich meine glockenhelle Stimme bei „Wetten dass..“ vor, woraufhin viele der Zuschauer (inklusive Thoomas Gottschalk) hemmungslos losheulten. Ich trug einen magisch leuchtenden „Delphin-Latexanzug“, während diese höhere Kraft mich singen ließ. Und nach meiner göttlichen Darbietung war ich derart geschwächt, dass ich auf einer Sänfte aus dem Saal getragen werden musste. Und gerade als mich Thomas Gottschalk zurück auf die Bühne holen wollte, erreichte ich meine Haustür.
Und deshalb werde ich jetzt anstatt einer Zugabe Kuchen backen. Zwar bin ich in dieser Disziplin kein großer Meister, doch dafür vollbringe ich das Kuchenbacken nicht allein im Traum. Und mein Sohn und seine Mutti werden es mir diese Bemühungen sicherlich mehr danken, als würde ich ihnen nachher mit meiner vermeintlichen Engelsstimme etwas vorsingen wollen.
Doch, wer weiß ...
Tarrraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa
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