® Arne Pahlke

 

 

Doch irgendwann wird jedes Ego erkennen müssen, daß es lediglich ein affektierter Haufen Gedankenschrott ist – daß es einem Falschspieler gleicht. Irgendwann wird jedes Ego erkennen, das es sich selbst im Wege steht und das es der größte Feind vom Glück ist. (2005)

 

Nein, ich will gewiß nicht euer Jesus sein! Nagelt euch gefälligst selbst! (2006)

 

Mir ist keine Menschenseele bekannt, die den Weg zu mehr Selbsterkenntnis freiwillig gegangen wäre. Diesen mühsamen Weg schlägt nur der Mensch ein, der bereits einen vernichtenden Kampf mit seinem Ego ausgefochten hat. Und Kämpfe mit dem Ego laufen immer vernichtend, weil das Ego ein durch und durch vernichtendes Element ist. Das Ego ist nicht an der Wirklichkeit interessiert, sondern es ist allein daran interessiert, daß es ihm gut geht. (2005)

 

Natürlich weiß ich, daß, wenn die Seele eines Menschen wund läuft und er dadurch für die Masse Mensch zum Sonderling gedeiht, dies nur zeigt, das er der Wirklichkeit näher ist, als jene Herde, die ihm verstört oder abneigend gegenübertritt. Die kranke Seele wittert häufig früher den Dung in der Ecke, als dies die gesunde Seele tut. (2005)

 

Ich empfinde noch am ehesten in jenem Momenten Glück, wenn ich mein Unglück nicht oder aber nur schwach spüre. Glück ist, wie es bereits viele Menschen vor mir richtig erkannt haben, vor allem das zeitlich begrenzte Nichtvorhandensein des eigenen Unglücks. (2006)

 

Eine Depression ist in annähernd allen Fällen, eine von der Schöpfung dargebotene Brücke, die im Idealfall zum erlösenden Ufer führt. Und nur weil der Übergang auf dieser Brücke so ungemein schmerzvoll und schikanierend ist, sodaß viele an diesem Schmerz zerbrechen, noch ehe sie das rettende Ufer erreichen; und nur, weil diese Brücke derart viele Menschen in den Abgrund zieht, ist die Depression noch lange keine Krankheit, von der ein Mensch geheilt werden müßte. (2005)

 

Wer das Glück für sich festzuhalten versucht, der treibt es in die Flucht. Und wer dem Glück pausenlos hinterher rennt, der läuft tatsächlich ständig davor weg. (2001)

 

Der Mensch ist seines Glückes Schmied;  doch wer beherrscht noch dessen Handwerk?   (1993)

 

Ich traue keinem Menschen über den Weg, der mir sagt, daß er noch niemals über einen längeren Zeitraum jene Schwermut empfunden hat, die mit Nachdruck seine Stellung in dieser Welt in Frage stellte. Wer dies vor mir verneint, der ist in meinen Augen eine bedauernswerte Tiefschläfermarionette. (2005)

 

Das Leben ist eine fortwährende Suche nach Glück und Erfüllung. Wohl denen, für die die Suche danach bereits Glück und Erfüllung bedeutet. (1993)

 

Die Glücklichen, die nicht denken;  sie kennen nicht diese schreckliche Langweile dazwischen. (1993)

 

Ich bin krank – und zwar unheilbar krank! Ich leide an so etwas Ähnlichem wie an einer fortschreitenden unheilvollen Selbsterkenntnis, die mit chronisch schlechten Lebensumständen garniert mir das Leben bisweilen zur Hölle macht. (2005)

 

Leben heißt auch verzichten! Nun gut, dann verzichte ich aufs Leben! (1993)

 

Ich bin nicht depressiv, weil ich krank bin! Ich bin depressiv, weil mich die kranke Normalität depressiv gemacht hat! (2005)

 

Wann fangen sie endlich damit an, das „Große und Ganze“ zu heilen, als nur weiterhin an all jenen armen Seelen herumzudoktern, die doch eigentlich nur unter dem Irrsinn, der sich Normalität schimpft, leiden? (2005)

 

 

Die Menschen werden sich erst dann von allen Krankheiten befreit haben,  wenn sie diese endlich vollständig als ihre Lehrmeister akzeptiert haben und sich nicht mehr davon befreien wollen.  (1994)  

 

Frieden ist die Harmonie zwischen den Bewegungen. (1993)

 

Ihr Depressiven dieser Welt braucht keine Fremdanleitung zur öffnenden Malerei oder künstlerischem Singen. Ihr könnt doch auch ohne Anleitung malen und singen, könnt schreien oder den Leuten eure Meinung sagen. Ihr könnt bei alledem nicht verlieren – ihr könnt nur gewinnen! Selbst der, der sich umbringt, hat nicht verloren und nicht versagt, er hat durch diesen Schritt lediglich seinen weiteren Weg beeinflußt. Schreit, so laut ihr könnt! Es gibt schließlich genügend Gründe, um sich seine geschundene Seele aus dem Leib zu schreien. (2006)

 

Man darf das Glück nie halten und das Leid nie vermeiden wollen. (1993)

 

Wer keine Probleme zuläßt, der wird eines Tages möglicherweise an genau diesen Problemen ersticken. (1993)

 

Einsamkeit ist doch nicht das Gegenteil von Lebendigkeit. Die Majorität meiner lebendigsten Momente erlebte ich für mich ganz allein – gebettet in die Isolation meines allein stehenden Ichs. (2005)

 

Wenn dir jemand sagt, er hätte den Weg zum Glück gefunden, so tust du nicht gut daran, den Pfad dieses Menschen zu folgen. Denn merke dir: Dieser Weg trägt oft nur den ins Ziel, der ihn gefunden hat! (1993)

 

Einen Menschen zu helfen, ohne dessen Schicksal wirklich an sich ist niemals wirkliche Hilfe – sondern im günstigsten Fall eine verkrüppelte Hilfe zur Selbsthilfe. (2005)

 

Es gibt nur eine wahrhaftige Hilfe – die Selbsthilfe!  (1994)

 

Der Ursprung allen Denkens liegt im Nichtdenken; in der Leere, die sich nach und nach mit Klarheit füllt.  (1993)

 

Jede Entscheidung fällt dann einfach, wenn man sich weigert ausschweifend darüber nachzudenken. (2002)

 

Sensibilität ist ein Geschenk, das man ganz vorsichtig auspacken muß. (1993)

 

Ich bin hier um Mensch zu werden! (1993)

 

Mit jedem herbeigesehnten Frühling sehnt sich auch unweigerlich der Winter meines Lebens herbei. (1993)

 

Man sollte der großen Wahrheit nicht zu Nahe kommen, sonst besteht die Gefahr von ihr geschluckt zu werden. (1997)

 

Keiner wird je das Glück dauerhaft sein Eigen nennen dürfen, wenn er dafür nicht bereit ist einen Preis zu zahlen. (2000)

 

Wir alle wollen eigenes Leid vermeiden; doch dies ist nicht möglich, wenn wir es nie durchlebt haben.  (1993)

 

Es ist doch immer erst die Wunde, die eine Heilung möglich macht.  (1993)

 

Ich habe dies hier alles so verdammt satt –  nur leider bin ich es noch lange nicht.  (1993)

 

Wenn ich so weitermache habe ich zwar keine Zukunft, wohl aber eine Vergangenheit. (1993)

 

Wohin führen uns unsere Wege? Vorwärts, ganz gleich, wie oft wir auch die Richtung wechseln. (1993)

 

Ich würde ja gerne zurück zur Mitte. Aber das Problem ist, daß mir niemand sagen kann,  wo die verdammte Mitte eigentlich ist. (1993)

 

Wie sollte man je hinter das Geheimnis des Lebens kommen, solange man noch mitten im Leben steht?    (2000)

 

Die Lehre aller Lehren ist das zu erlangende Bewußtsein  über die vollkommene Beschränktheit unseres minderwertigen Lebens. (1994)

 

Perfektionismus – das ist allein der Weg, der dorthin führt. (1999)

 

Viele von uns haben ihren Lehrmeister bereits gegenübergestanden, doch die wenigsten haben diesen als ihren Lehrmeister akzeptiert.  (2002)

 

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