Väter schwuler Söhne

Erich Fromm schrieb über die Figur des Vaters: „Der Vater liebt denjenigen Sohn am meisten, der ihm am ähnlichsten ist, der ihm am meisten gehorcht und sich am besten zu seinem Nachfolger als Erbe seines Besitzes eignet.“ 

Ein wenig erklärt diese Aussage, warum Väter häufiger als Mütter Probleme mit der Homosexualität ihrer Söhne haben. Denn wie könnte ihnen ein schwuler Junge schon ähnlich sein?

Und so wähnen einige Väter in der Homosexualität ihrer Söhne (oft unterbewusst) eine Missachtung ihrer eigenen Welt- und Wertevorstellungen und sehen diese durch die Andersartigkeit ihres Sohnes in Frage gestellt. Und eben dies lässt sie mitunter so heftig auf das Coming out ihres schwulen Sohnes reagieren.

siehe hierzu auch unter: Eltern und Coming out

 

Foto by One From RM
mit dem Coming out steht oft auch das Erkunden der schwulen Szene an

 

Bei manchen Vätern fruchtet in diesem Zusammenhang nicht einmal die ganze öffentliche Aufgeklärtheit über die Homosexualität. Sie sind einfach dermaßen enttäuscht, dass ihr Sohn nicht ihrem Abbild entspricht, dass sie diesen  regelrecht aufhören zu lieben und mitunter sogar verstoßen. 

Die meisten Väter können das Anderssein ihres Sohnes allerdings gut akzeptieren. Und viele Väter haben sogar gar keine Probleme mit der Gleichgeschlechtlichkeit ihres Sohnes, sondern machen sich vielmehr Sorgen, dass dieser keinen Schaden (Diskriminierungen, Geschlechtskrankheiten etc.) nimmt.

Und immer wieder taucht die These auf, dass viele Homosexuelle unter einer starken Mutterpersönlichkeit und/oder unter einer schwachen (sie enttäuschenden) Vaterfigur  aufgewachsen sind.

Dazu ein Zitat: "Deshalb spielen die frühkindlichen Beziehungserfahrungen eine ganz wesentliche Rolle für die Art und Weise, wie ein Mensch später sexuell empfindet. Homosexuell empfindende Männer (...) sind in ihren frühen männlichen Beziehungen (meist zum Vater) verletzt worden. Sie tragen diese tiefe Gefühl in sich, dass da eine Kluft ist zwischen ihnen und dem Vater, dass sie zur Männergemeinschaft nicht dazugehören. Diese tiefe Verlangen nach Zugehörigkeit, nach emtionaler Verbundenheit mit der Männlichkeit und Anschluss wird erotisiert und sexualisiert." (Rheinischer Merkur 29, 15.07.2004)

siehe auch unter: Coming Out, Alibi-Hetero, Vaeter schwuler Soehne, Depression unter Homosexuellen, Gay Liberation Front, Eltern & Coming out, Vaeter (schwule), Identitaetskonflikte, Oeffentlichkeit & Gesellschaft, Schuldgefuehle (homosexuelle Neigung), Schule und Homosexualität, Arbeit (Outing auf der Arbeit), Bundeswehr und Homosexualitt, Schwulen-Gen, Knaben-Homosexualitt, Tiersexualitaet (Homosexualitaet in der Tierwelt), Zukunftsaussichten & Zukunftsaengste, vaterlos, Oedipuskomplex

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