Wenn der Wind weht

Produktionsland: Großbritannien

Erscheinungsjahr: l986

Altersfreigabe: FSK 6

Laufzeit: 981 Minuten

Genres(s): Animation, Drama

Regie: Jimmy T. Murakami

Soundtrack: David Bowie

 ® Arne Pahlke, 2010

Der Zeichentrickfilm „Wenn der Wind weht“ spielt in den frühen 80er Jahren, als in England das Zivilverteidigungsprogramm „Prozect and Survive“ ins Leben gerufen wurde. Auf anrührende Weise führt er den Zuschauern die Sinnlosigkeit derartiger Schutzprogramme vor Augen, wie es sie zu dieser Zeit in vielen Ländern (auch in Deutschland) gegeben hat. Hauptanliegen solcher Programme war es,  der Bevölkerung „hilfreiche“ Tipps  zu geben, wie diese sich nach einer möglichen Atombombenexplosion verhalten soll.

Leider wird an diesem ambitionierten Werk genau das, was es zuletzt zu einem großen Teil ausmacht und auszeichnet, von vielen Zuschauern kritisiert; - nämlich die Naivität des Rentnerpaars, die in einer Art blindem Gehorsam dem Zivilverteidigungsprogramm vertrauen. Doch gerade aus dieser Naivität, ihrem kindlichen Vertrauen in das staatliche Schutzprogramm, entfaltet sich doch erst die ganze Tragik dieses Films.

Somit hat man als Zuschauer eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder man nimmt die Naivität des Rentnerpaars als gegeben hin, oder aber man reibt sich daran den kompletten Film über auf und befindet am Ende, „dass doch niemand so blöd sein kann, all diesen Anweisungen so Folge zu leisten“, wie es das Rentnerpaar tut.

 

... als ihre kleine Welt noch in Ordnung war

 

Hilda und Jim führen ein bescheidenes aber glückliches Leben auf dem Land, bis es eines Tages zu einem neuen großen Krieg und einen damit verbundenen Atombombenabwurf kommt.

Von dem Krieg und der Atombombe bekommt der Zuschauer direkt nichts mit, sondern nur die Auswirkungen des Abwurfs. So trägt der Wind (Fallout) die Radioaktivität zu Hilda und Jim, die von da an in ihrem strengen Glauben an den Staat jeden Ratschlag des Zivilverteidigungsprogramm gewissenhaft befolgen – und zwar bis zu  ihrem letzten Atemzug.

Einen maßgeblichen Anteil daran, dass ich das Rentnerpaar schnell in mein Herz geschlossen hatte, liegt in der äußerst gelungenen Wahl der deutschen Synchronstimmen. Vor allem Brigitta Mira verleiht der Figur der Hilda eine Seele.

Mich konnte dieser Film berühren.

Oh ja, Hilda und Jim sind zwei  biedere Alte. Ihr Handeln ist naiv und teilweise richtiggehend dumm. Und ja, Jim hat nicht nur ein klein wenig von einem biederen pflichtbewussten und staatsfrommen Beamten - er verkörpert diesen mir verhassten Typus geradewegs.  Außerdem verklärt Hilda ihre Kriegserfahrungen zu einem romantische Abenteuer. Und doch behalten beide Figuren trotz (oder vielleicht sogar gerade wegen) all ihrer Schrullen ihre Liebenswürdigkeit; - insbesondere durch ihren liebevollen Umgang miteinander. Die rührende Art, wie sie sich umeinander kümmern, wie sie sich gegenseitig necken und aufmuntern, ist einfach nur rührend.

Am Ende ist ihre Liebe und Menschlichkeit die einzig hilfreiche Maßnahme in einem Krieg, den sie nicht gewinnen können.

   9 von 10 Punkten

 

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Natalie, 3 April 2010 - Das ist ein toller Trickfilm,  der auf jeden Fall zum Nachdenken anreget. Es ist bitter, mit ansehen zu müssen,  wie zwei unschuldige alte Menschen leiden  müssen. Besonders gelungen fand ich, wie die beiden Alten es  am Anfang vor allem mit Heiterkeit probiert haben. Die Oma hatte kein  Interesse an Krieg und ihr Mann bekommt alles nicht so richtig auf die Reihe. Doch irgendwann ist ihr Humor aufgebraucht, als nämlich ihre ganze heile Welt  kaputt geht und sie immer kränker werden.. Ich habe  am Ende des Film weinen müssen.

 

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