Wenn der Wind weht

Arne Pahlke, 1993

 

Verbrüdert euch,

denn in Duckrudeln krepiert sich’s einfacher.

Ihr seid der Bodensatz der Evolution,

der Weisheit größte Widersacher.

 

Niemand will etwas gesehen haben.

Gemeinsam seid ihr blind.

Niemand will Verantwortung tragen.

Oh` wehe dem Wind,

der euch entgegen bläst,

in eure Bügelfaltengesichter.

Der eure hingeschissene Zukunft verweht.

Euch hilft kein Schlichter!

 

Ihr maßregelt, was ihr nicht zu dulden versteht.

Ihr beherrscht Gewalten, die ihr nicht begreift.

Doch der Wind, er hat sich längst gedreht.

Ihr seid am Ende eurer Zeit!

 

Wenn der Wind weht

 

 

Seid ihr wirklich so naiv,

beißend, böse und primitiv?

Habt ihr nicht einmal im Ansatz begriffen,

dass es an der Zeit wäre, die weiße Fahne zu hissen?

 

Ihr seid der Verblödung verfallen.

Fliegt immer höher – werdet immer tiefer fallen!

 

Doch ihr glaubt  tatsächlich

ihr könnt ruhigen Gewissens:

 

Strahlen pflanzen und Berge blasen,

Gehirne verwanzen, Monde vergasen.

Könnt Farben erfinden als Übergangslösung,

Kontinente verbinden

und gegen jede Strömung

Dämme errichten, als Schutzfunktion,

die als Tarnung und Dämmung

eure Dummheit belohnen.
 

Ihr Missgeburten des Verfalls,

Oh` du himmlisches Kind.

Hört ihr schon den vorauseilenden Hall?

Oh` wehe dem Wind

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