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Zerschnitten ® Arne Pahlke, Januar 2011
Am Boden. -z-e-r-s-c-h-n-i-t-t-e-n- Die Wangen quellen auf. Blut. Es brandet kapitulierender Venenschweiß. Wozu jetzt weinen? Wozu noch weinen? Die Pupillen - der kreidebleiche Teich - haltlos und entsetzt. Ganz unterkühlt und aussichtslos verletzt - dieses Ich. I-c-h ? I-c-h, der selbstverstümmelnde Fakir mit der metaphysischen Bindegewebsschwäche? I-c-h, die eigentümliche Echse in gezierter Menschgestalt? I-c-h, der giftspeiende Gecko auf seinem entvölkerten brennenden Hochstand? I-c-h liege hier und sterbe? Warum denn Ich? Und warum erst jetzt?
Am Boden. -z-e-r-s-c-h-n-i-t-t-e-n- Dieses vernarbte Wundenknäuel von Kindesbeinen an. Dieses I-c-h, dieser zerklüftete Mann mit seiner faltigen traurigen Innenwelt. Dieses I-c-h, dieses tausendfach angezählte Stück Selbsthass. Warum erst jetzt? Viel zu lang schon trage ich dieses zerschnittene I-c-h mit mir herum, diese fleischgewordene pausenlos auf mich einschlagende Scheinidentität. I-c-h, dieser längst ausgestorbene Waran in seinem Selbstopferrevier. I-c-h liege da am Boden und blute leer.
Wie lang denn noch? Oh weh, wie lang denn noch? |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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