Zuchterfolg

Arne Pahlke, Februar 1998

 

Einst lebte ein Wolf mit Muskelschwund

und schwand dadurch zum Schäferhund.

Er ward ausgestoßen vom wölfischen Rudel

und so schrumpfte der Köter gar zum Pudel.

Er zog seinen verkümmerten Schwanz ein

und machte sich kriecherisch und knechtisch klein.

Daraufhin ward die Kreatur vom Menschen umfrisiert,

stubenrein gehalten, steril gedrillt, keusch kastriert.

Sie lernte parieren, machte „Platz!“ und „Sitz!“.

Mutierte noch weiter, und man nannte sie Spitz.

 

Spitz holte auf Zuruf Stöckchen,

roch bei Frauchen am Röckchen,

und es trug stolz sein Glöckchen,

und hob Pfötchen fürs Fresschen.

Machte allzeit brav Männchen,

wenn Herrchen hob Händchen.

Doch noch immer gab es für die Züchterzunft kein Halten;

- sie legten den armen Köter gar in Falten.

Und sie betitelten ihre neue Gattung,

die kreuzdumm wie’n Drops,

passend, als gemeinen Mops.

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